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Ernährung bei Bluthochdruck (Hypertonie)

Jeder vierte Österreicher ist von Bluthochdruck betroffen.

Die Hypertonie (Bluthochdruck) mit ihrem stark erhöhten Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko ist die häufigste Diagnose.

An hohem Blutdruck sterben rund sechs Prozent aller Menschen, Hochdruck ist die dritthäufigste Todesursache.

In Österreich ist bestenfalls die Hälfte aller Hochdruck-Kranken diagnostiziert. Die Hälfte davon wird behandelt, wobei aber vieles dafür spricht, dass 50% der Behandelten wiederum schlecht eingestellt sind.

Herzinfarkt, Hirnschlag, Augen- und Nierenschäden, schwere allgemeine Durchblutungsschäden sind direkte Folgen eines unbehandelten hohen Blutdrucks.

Der Blutdruck hängt von vielen Faktoren ab. Die Psyche spielt genauso mit, wie der Hormonhaushalt, die Funktion der Nieren, des Herzens usw..

Der Blutdruck wird in zwei Werten angegeben. Der erste Wert wird systolisch genannt.
Der zweite diastolisch. Der systolische Blutdruck entsteht, wenn das Herz Blut in das arterielle Gefäßsystem pumpt.

Der diastolische Druck ist jener Wert, der bleibt, wenn das Herz gepumpt hat und sich in der Erschlaffungs- bzw. Füllungsphase befindet.
Optimal sind Werte von weniger als 135/80 mmHg.
Darüber spricht man von behandlungsbedürftigen Hochdruck.


Einflussfaktoren für zu hohem Blutdruck

In rund 90 Prozent der Fälle ist keine organische Ursache als Auslöser des Bluthochdrucks zu finden.
Bei vielen Menschen besteht jedoch eine erbliche Veranlagung, aus der sich durch das Bestehen von Risikofaktoren wie 
  • Überernährung
  • regelmäßiger Alkoholkonsum
  • Bewegungsmangel
  • Dauerstress
  • zu hoher Salzkonsum
  • geringe Kaliumzufuhr

entwickeln kann.
Stark gefährdet sind vor allem Diabetiker, bei denen beinahe jeder zweite einen hohen Blutdruck hat.


Allgemeine Hinweise:

Eine Änderung der Lebensgewohnheiten ist daher eine wichtige Vorraussetzung für eine erfolgreiche Bluthochdrucktherapie. 
  • Abbau von Übergewicht 
  • gesunde Ernährung 
  • ausreichende Bewegung 
  • Rauchen einschränken 
  • Kaffee in Maßen (maximal 4 Tassen täglich) 
  • Alkohol in Maßen 
  • Stress abbauen 
  • Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen

Aber auch die Ernährung ist nicht ganz umstritten. Eine natriumreduzierte Ernährung (Kochsalz) kann bei sogenannten kochsalzempfindlichen Menschen zu einer Senkung des Blutdruckes beitragen.

Es gibt jedoch Menschen, die auf eine solche Maßnahme nicht ansprechen. Der Einfluss einer salzarmen Kost bewirkt in der Regel eine Senkung des Blutdruckes von ca. 5 %. Es gibt allerdings noch andere Ernährungsfaktoren, die einen Einfluss auf den Blutdruck haben. Wer an zu hohem Blutdruck leidet, sollte zumindest versuchen, ob nicht einige der unten angeführten Tipps in sein Leben zu integrieren sind.


8 Tipps zur gesunden Ernährung


Angepasste Energiezufuhr!

  • Normalgewicht anstreben und halten 
  • "Leere Kalorien" meiden, z.B. zuckerhaltige Speisen und Getränke, Alkohol 
  • ausreichende Bewegung


Kochsalzreiche Lebensmittel meiden!

  • gepökelte, gesalzene und geräucherte Fleisch- und Fischwaren (Rauchfleisch, gekochter und roher Schinken, Pökelhering) 
  • Dauerwurst- und -fischwaren 
  • Fertigprodukte (z.B. Suppen, Saucen) und Konserven 
  • Salzgebäck z.B. Salzstangen, Salzbrezeln, Käsegebäck


Kochsalzzufuhr reduzieren!

  • bei der Zubereitung auf die Verwendung von Kochsalz, Gewürzsalzen und Gewürzmischungen mit Kochsalz verzichten 
  • Geschmacksverstärker (Natriumglutamat) vermeiden 
  • nicht zusätzlich salzen 
  • reichlich frische Kräuter und Gewürze verwenden 
  • Speisen und Gerichte auswählen, die auch ohne Salz gut schmecken, z.B. vegetarische Gerichte, Süßspeisen, Salate 
  • empfohlene Tagesmenge der DGE von Kochsalz sollte 6g nicht übersteigen


Natriumgehalt der Mineralwässer beachten!

  • max. 20 mg Natrium pro Liter


Gesamtfettzufuhr reduzieren!

  • fettarme Nahrungsmittel auswählen 
  • fettsparende Zubereitungsarten wählen (beschichtete Pfannen, Bratfolie, Römertopf, Grill, Mikrowelle, Alufolie) 
  • bei der Zubereitung von Saucen und Suppen das erstarrte Fett abschöpfen


Auswahl der Fette!

  • Ersatz von gesättigten Fetten durch solche mit einem hohen Anteil an mehrfach und einfach ungesättigten Fettsäuren 
  • tierische Fette wie z.B. Butter, Speck, Schmalz, Talg meiden 
  • pflanzliche Fette mit einem hohen Anteil an einfach oder mehrfach ungesättigten Fettsäuren als Streich-, Brat- und Backfett bevorzugen (z.B. Margarine, Distelöl, Maiskeimöl, Sonnenblumenöl, Olivenöl)


Ballaststoffreiche Ernährung!

  • bevorzugen Sie Vollkornprodukte wie z.B. Vollkornbrot, Vollkornteigwaren, Naturreis 
  • Gemüse, Rohkost 
  • Obst


Kaliumreiche Ernährung!

  • regelmäßiger Verzehr von Reis, Kartoffeln und Obst 
  • das Verhältnis zwischen Natrium und Kalium spielt eine wichtige Rolle. Der positive Effekt einer kaliumreichen Ernährung ist auf eine vermehrte Natrium- und Wasserausscheidung über die Niere zurückzuführen.



Diese Liste hilft Ihnen bei Ihrem nächsten Einkauf

 
geeignete Lebensmittel
ungeeignete Lebensmittel
Fleisch
mageres Fleisch aller Art von Kalb, Rind oder Schwein ohne sichtbares Fett
fettes Fleisch aller Art,
z.B. Speck, Schweinebauch
Wurst
salzarme Wurstsorten, z.B. Fleischsülze, kalter Braten, Geflügelwurst
salzreiche Wurstsorten, z.B. gekochter und roher Schinken, Rauchfleisch, Leberwurst, Mettwurst, Cervelat, Mortadella, Salami,
Wild
alle fettarmen Stücke
Wildpasteten
Geflügel
ohne Haut
Mastente, Mastgans
Fisch
Magerfische z.B. Kabeljau, Scholle, Heilbutt, Schellfisch, Seelachs, Zander, Barsch,
Hecht, Seezunge
Fettfische z.B. Aal, Lachs, Hering, Thunfisch, Bückling, Schillerlocken
Fischwaren
magere Fischwaren ohne Öl
oder in Gelee
geräucherten, gesalzenen Fisch, z.B. Pökelhering, geräucherte Forelle, Fischkonserven in
Öl oder in Saucen mariniert
Eier
Eier (Empfehlung: höchstens 2 Eier pro Woche, alle verarbeiteten Eier miteingerechnet!)
 
Milch/ -produkte
Milch und Milchprodukte wie Joghurt, Kefir, Topfen, etc.
 
Käse
Käse in Maßen, da besonders die mageren Käsesorten relativ salzhaltig sind
 
Fette / Öle
Margarine, Olivenöl, Halbfettmargarine reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, Distel-, Maiskeim-, Sonnenblumenöl
Butter, Schmalz, Talg, Speck, Kokosfett, Mayonnaise (bei Salatmarinaden ersetzen durch fettarme Milchprodukte)
Obst
alle Arten (je nach Jahreszeit)
 
Gemüse
alle Arten, gedünstet oder als Rohkost, frisch oder Tiefkühlkost TK (je nach Jahreszeit)
 
Kräuter / Gewürze
Kräuter und Gewürze frisch,
TK oder gefriergetrocknet, Kochsalzersatzmittel
Kochsalz, Gewürzsalze, Natriumglutamat, Gewürzmischung mit Kochsalz, Senf, Ketchup, Fertigsaucen
Kartoffeln
Pellkartoffeln,
Schalenkartoffeln, Kartoffelpüree,
Kartoffelknödel
Pommes frites, Chips, Bratkartoffeln, Salzkartoffeln
Nährmittel
Naturreis (unpolierter Reis), Vollkornteigwaren
polierter Reis, Weißmehlteigwaren
Brot
alle Vollkornprodukte
Weißmehl- und Stärkeprodukte
Backwaren
alle fettarmen Arten, z.B. magerer Hefeteig, Topfen-Öl-Teig mit Obstbelag, Vollkornkuchen,
Vollkorngebäck
Salzgebäck z.B. Salzstangen, alle fettreiche Arten z.B. fetter Hefeteig, Blätterteig, Mürbeteig, Biskuitboden, Rührkuchen, Torten, Fettgebackenes, Gebäck oder Kuchen aus Weißmehl
Nüsse
alle Arten ungesalzen in kleinen Mengen
gesalzene Nüsse z.B. Erdnüsse
Getränke
alle alkoholfreien Getränke z.B. Tee, Mineralwasser, alle Getränke ohne Zusatz von Zucker (kalorienreduziert) z.B. naturtrübe/ -reine Obst- und Gemüsesäfte, Kaffee
(max. 4 Tassen täglich)
 



Bewegung

Leichte bis mittlere regelmäßige körperliche Betätigung trägt zur Prävention (Vorbeugung) und zur Therapie des Bluthochdrucks bei.
Gemäßigter Ausdauersport ist am besten. Hierunter fallen Sportarten, wie
  • Schwimmen 
  • Walking 
  • Laufen 
  • Radfahren 
  • Wandern 
  • Gymnastik 
  • Tanzen 
  • Golf 
  • Rudern 
  • Skilanglauf


Vorsicht vor Überanstrengung und Erschöpfung!

Der Ausdauersport sollte regelmäßig 3 - 4 x / Woche für 30 - 60 Minuten ausgeübt werden und die Intensität nur langsam gesteigert werden.
Nicht geeignet sind Sportarten, die einen plötzlichen, hohen Krafteinsatz erfordern, z.B. alle Kampsportarten, Bodybuilding usw.


Wichtig:

Regelmäßige Kontrollen bei Ihren Vertrauensarzt.