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Ernährung bei Eisenmangelanämie

Eisen ist im Körper wichtig für

  • die Bildung des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin
  • die Funktion von Haut- und Schleimhautzellen


Eisenmangel tritt auf bei

  • Blutverlusten z.B. bei starken Menstruationsblutungen, Magen-,Darmblutungen (nicht nur bei sogenannten akuten Blutungen, sondern auch bei geringen, chronischen Blutungen, die nur als okkultes Blut im Stuhl nachweisbar ist).
  • erhöhtem Bedarf in der Schwangerschaft und Stillzeit und in der Wachstumsphase
  • Säuglingen,die lange ausschließlich mit Milch ernährt werden
    ungenügender Zufuhr durch die Nahrung
  • Magen- Darmerkrankungen, die mit einer gestörten Eisenaufnahme einhergehen


Eisenmangel führt zu

  • Blutarmut (Anämie) mit blasser Haut und Schleimhaut, Kurzatmigkeit, Ermüdbarkeit, Schwindel
  • Kopfschmerzen,Appetitlosigkeit, Magen-,Darmbeschwerden
  • rissigen Mundwinkeln, Zungenbrennen, Schluckbeschwerden, Sodbrennen
  • Haarausfall, brüchigen Fingernägeln


Eisenbedarf

Der tägliche Bedarf an Eisen
beträgt bei Männern etwa 1 mg, bei Frauen etwa 2 mg.
Deshalb sollten Sie möglichst viele eisenhaltige Lebensmittel zu sich nehmen,
gegebenenfalls auch zusätzlich zu den Ihnen verordneten Eisentabletten.

Eine indische Studie an unter Eisenmangel leidenden vegetarischen Kindern zeigte,
dass Eisenmangel durch verbesserte Vitamin C-Zufuhr behandelt werden kann.
Nachdem - ohne sonstige Änderung der Ernährungsgewohnheiten -
für 60 Tage zu Mittagessen und Abendessen 100mg Vitamin C (Ascorbinsäure)
zugegeben wurden,trat bei allen Probanden der mit Vitamin C
versorgten Gruppe eine deutliche Besserung des Hämoglobinstatus ein.
Die Mehrzahl dieser Kinder genas sogar vollständig. Quelle: (Seshadri, Shah, Bhade, 1985)

Aus methodischen Gründen wurde in dieser Studie künstliche Ascorbinsäure zugegeben. Untersuchungen haben aber gezeigt, dass natürliche und künstliche Ascorbinsäure die gleiche Steigerung der Eisenresorption (bis zu Faktor 7) bewirken.


Die oben angegebene Menge an Ascorbinsäure ist beispielsweise in ca. 200ml frisch gepresstem Orangensaft, 100g Brokkoli oder wenigen Streifen roter Paprika enthalten, jedoch reicht auch die Hälfte aus, um eine große Steigerung der Resorption zu bewirken. Allerdings nur, wenn zwischen dem Verzehr von ascorbinsäurehaltigen Lebensmitteln und eisenreichen Lebensmitteln höchstens wenige Stunden vergehen, das Vitamin C sich also noch im Verdauungstrakt befindet. Optimal ist die Einnahme zur gleichen Mahlzeit.

Die wichtigsten Eisenquellen stellen für viele Mischköstler Fleisch, Wurst und Leber dar
, denn Milch und Eier hemmen die Aufnahme, und die reichlich verzehrten Weißmehlprodukte weisen bei zwar guter Resorptionsrate einen Eisengehalt von nur ca. 10% des Gehalts in Vollkorngetreide auf. 

Da Vegetarier kein Fleisch, keinen Fisch und keine tierischen Organe verzehren,
benötigen sie andere Eisenquellen. Eine Vielzahl pflanzlicher Nahrungsmittel
enthält mitunter sehr viel Eisen, vor allem Gewürze (wie getrockneter Koriander,
Petersilie, schwarzer Pfeffer und Zimt
), Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide, Ölsaaten
(z.B. Sesam und Mohn) und Nüsse. Beispielsweise enthalten weiße Bohnen und
Sojabohnen auf 100kcal bis zu achtmal so viel Eisen wie Rindfleisch, Zimt sogar
mehr als die zwanzigfache Menge. Gleichzeitig reagiert Nonhäm-Eisen wie es in
pflanzlichen Lebensmitteln, Milch und Eiern vorkommt, stärker auf gleichzeitig in
der Nahrung aufgenommene Förder- und Hemmstoffe, sowie auf die
Regulationsmechanismen des Körpers.


Förderstoffe der Eisenresorption:

Vitamin C ist der wirksamste bekannte Förderstoff der Eisenresorption.
Er vermag den eisenhemmenden Effekt vieler Hemmstoffe vollständig aufzuheben.
Weitere organische Säuren wie Äpfelsäure, Weinsäure und Zitronensäure;
möglicherweise auch Essigsäure und Milchsäure,
Fruktose (Fruchtzucker), in schwächerem Maß auch andere Zucker
Allgemein also vor allem die Inhaltsstoffe von Früchten und
Fruchtgemüsen, sowie Kohlgemüse.


Hemmstoffe:

Tannin in Kaffee und schwarzem Tee ist neben Phytinsäure der stärkste Eiseninhibitor.
Phytinsäure in unfermentiertem Vollkorngetreide und
manchen (unfermentierten) Hülsenfrüchten,
Ballaststoffe, allerdings in geringerem Maß als ursprünglich angenommen,
Kalzium, Magnesium in größeren Mengen,
unbekannte Substanzen in Eiern,
Antazida Magensäure neutralisierende Medikamente
Phosphate in Fleisch, Käse und mehreren Lebensmittelzusatzstoffen
Oxalsäure wie z.B. in Rhabarber, Kakao und Spinat (dem mit bis zu 4mg/100g Frischware
ansonsten eisenreichsten Gemüse)
Durch mikrobielle Fermentation wird der Phytinsäuregehalt von Lebensmitteln reduziert,
wodurch die Resorptionsrate von Eisen und Zink steigt.
Deswegen sind unter Hefeteigführung und speziell Sauerteigführung
gebackene Vollkornbrote eine bessere Eisenquelle
als mit mineralischen Backtriebmitteln hergestellte Brote.


Beispiele für Kombinationen

Bohneneintopf (eisenreiche Hülsenfrüchte) mit Kartoffeln und Paprika (ascorbinsäurehaltig)
Bohnenpfanne mit Sauerkraut (Ascorbinsäure + Milchsäure)
Vollkorn-Sauerteigbrot (eisenreich, Milchsäure) mit Hagebuttenmarmelade (Ascorbinsäure + Zucker)
Spinat (eisenreich) mit Zitronensaft (Ascorbinsäure + Zitronensäure)


Ein gutes Teerezept bei Eisenmangelanämie

Zutaten:

50g Brennesselkraut, 25g Löwenzahnwurzel- und kraut, 35g Schafgarbenkraut
Zubereitung:
Einen Teelöffel der Mischung mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen,
zehn Minuten ziehen lassen, abseihen.
Über vier bis sechs Wochen mehrmals täglich eine
Tasse trinken (nicht zu den Mahlzeiten!).
Die Zutaten kann man sich in der Apotheke mischen lassen.
Hinweise zur Dosierung: Man rechnet für Erwachsene in der Regel
ein bis zwei Teelöffel Pflanzenteile auf eine Tasse Wasser (150 ml),
Kinder bis zum zehnten Lebensjahr bekommen einen halben Teelöffel
Teegemisch pro Tasse und bis zum 15. Lebensjahr einen Teelöffel pro Tasse.