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Ernährung bei Diabetes mellitus

Bei Diabetes mellitus liegt ein relativer oder absoluter Insulinmangel vor, d.h. es wird zu wenig oder gar kein Insulin gebildet.
Insulin ist ein Peptidhormon, welches in den B-Zellen der Langerhans´schen Inseln der Bauchspeicheldrüse gebildet wird.
Die Ausschüttung dieses Hormons wird durch die extrazelluläre Glucosekonzentration reguliert.
Der Blutglucosespiegel liegt normalerweise zwischen 80 und 120 mg/100ml.
Im gesunden Organismus zirkuliert also nur 1 Gramm Glucose pro Liter Blut.
Die Halbwertzeit des Insulins beträgt 4-6 Minuten. Die mit der Nahrung aufgenommene Kohlenhydratart hat einen Einfluss auf die Höhe des Blutglucosespiegels und der notwendigen Insulinmenge.
Besonders stark steigt der Blutglucosespiegel nach zuckerreichen Mahlzeiten.
Diese Erhöhung bewirkt eine verstärkte Insulinausschüttung.
Ein zu hoher Zuckerkonsum und Übergewicht können bei einer erblich bedingten Veranlagung zu einem relativen Insulinmangel führen – somit zum Ausbruch von Diabetes mellitus.
Übergewicht bedingt eine mangelnde Insulinempfindlichkeit der Zellen, die schließlich zur Erkrankung führt.
Im frühen Stadium ist eine Heilung durch Abbau des Übergewichtes möglich.


Welcher Diabetes Typ sind Sie?

Typ I –Diabetes (1-2 % aller Diabetesfälle)Akutes Auftreten der Krankheit infolge einer Störung des Immunsystems, häufig besteht gleichzeitig eine Infektion.
Diese Erkrankung beginnt mit.
  • starkem Durst
  • vermehrtem Wasserlassen
  • auffälliger Gewichtsabnahme, obwohl die Nahrungsaufnahme durch ein verstärktes Hungergefühl gesteigert wird
  • Es liegt ein absoluter Insulinmangel vor.


Weitere Kennzeichen:

  • trockene, schweißarme Haut
  • trockene und belegte Zunge
  • rotes Gesicht.

Neben einer Diabetesdiät ist eine Insulinbehandlung notwendig.

Typ II – Diabetes
Die Erkrankung beginnt meist erst nach dem 40. Lebensjahr und wird zunächst kaum bemerkt.
80 – 90% der TypII-Diabetiker sind übergewichtig.

  • Falsche Ernährung und
  • Bewegungsmangel erhöhen das Risiko für diese Zivilisationskrankheit.


Was ist zu tun?

Gewichtsnormalisierung und Diabetes - Diät
Wichtigstes Ziel der Therapie: Übergewicht ist zu reduzieren
Durch Übergewicht kommt es zur Insulinresistenz (Insulin verliert seine Wirkung).
Durch die Reduktion von Übergewicht sinkt der Insulinspiegel. Das gebildete Insulin wirkt wieder besser, wodurch der Blutglucosespiegel normalisiert und der Appetit gesenkt werden kann.
Wegen der durch die Erkrankung erhöhten Stoffwechselbelastung soll die Reduktionszeit konsequent aber langsam und unter ärztlicher Kontrolle durchgeführt werden.


Ernährung bei Diabetes

Grundsätzlich sollte die tägliche Nahrungsaufnahme auf 6 –7 Mahlzeiten aufgeteilt werden – Insulin und Kohlenhydratzufuhr können so besser aufeinander abgestimmt werden

55 – 60% Kohlenhydrate
entspricht 220 g –260 g Kohlenhydrate
entspricht 18 –20 Broteinheiten


Zu empfehlen:

Vollkornprodukte, Reis, Kartoffeln, Gemüse, Salat, Obst
Diese Nahrungsmittel enthalten Stärke, welche im Verdauungstrakt zunächst gespalten wird und daher verzögert resorbiert wird. Der Blutzuckerspiegel steigt nicht so schnell an.
Auch die in diesen Nahrungsmitteln enthaltenen Ballaststoffe verlangsamen zusätzlich die Abgabe von Glucose ins Blut.


VERBOTEN:

Alle Nahrungsmittel, die Glucose, Saccharose und Maltose in reiner Form enthalten – sie erhöhen den Blutglucosespiegel zu stark:
Haushaltszucker, Honig, Schokolade, Bonbons, Kuchen, Kekse, Speiseeis, überreifes Obst, Marmelade, Gelee, Liköre, Limonaden, Fruchtsaftgetränke
Allgemein kann man unsere Nahrungsmittel in 5 Bereiche einteilen, die als Kohlenhydratträger gelten.

1. Milch und Milchprodukte

Täglich mindestens 1 BE entspricht 240 Gramm = ¼ l Milch (bei Übergewicht Magermilch)
Oder ¼ l Buttermilch
¼ l Joghurt ( bei Übergewicht Magerjoghurt)
¼ l Kefir
Bei Käse können folgende Regeln aufgestellt werden:
Käse mit einem Fettgehalt über 35% F.i.T. sind aus der täglichen Ernährung zu streichen.
Verboten: Camembert, Gervais
Weiters ungeeignet sind Sauerrahm, Creme fraîche und Schlagobers aufgrund ihres hohen Fettgehaltes.

2. Obst (2 – 3 BE)

Stellt eine besondere Wichtigkeit dar --- wenig Kalorien, viel Vitamine und Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, die die Verdauung regulieren.
Obstsorten, die fruchtzuckerreich sind eignen sich besonders, da die Fructose insulinunabhängig aufgenommen werden kann.
Eine besondere Rolle spielt der Apfel (geschmacksneutral), bzw. Zwetschken, Birnen --- diese sind allerdings saisonal bedingt möglich.
Ideal sind auch Zitrusfrüchte und Erdbeeren
Trockenobst ist absolut verboten! ---- zu hohe Zuckerkonzentration z.B. Rosinen, Datteln, Feigen, Dörrpflaumen, Kletzen, kandierte Früchte
Weintrauben und Obstkonserven sind ebenfalls verboten.
1 BE entspricht im Durchschnitt 125 Gramm Obst oder 80 Gramm Banane

3. Gemüse

Wird ebenfalls zur Vitamin-, Ballaststoff- und Mineralstoffbedarfsdeckung benötigt.
Ohne mengenmäßige Anrechnung können folgende kohlenhydratarme Gemüsesorten in beliebiger Menge gegessen werden:
Brokkoli, Gurken, Vogerlsalat, Karfiol, Chinakohl, Eisbergsalat, Endiviensalat, Kopfsalat, Mangold
Rettich, Radieschen,
Spargel, Spinat, Tomaten,
Weißkohl, Kraut, Zucchini

Gemüse, die bis zu 20 dag nicht berechnet werden müssen
Paprika, Fisolen, Porree, Karotten, Kürbis, Blaukraut, rote Rüben, Zwiebeln
Die restlichen Gemüsesorten z.B. Mais und Erbsen werden angerechnet.
Hülsenfrüchte werden im allgemeinen auf die BE angerechnet.
1BE entspricht ca. 20 Gramm Hülsenfrüchte

4. Kartoffeln, Getreideprodukte, Brot

1 BE entspricht 60 Gramm Kartoffeln,(eine mittelgroße Kartoffel)
1 BE entspricht 15 Gramm Mehl, Grieß, Teigwaren
1 BE entspricht 25 g Brot ( 2 Scheiben Knäckebrot)
Vollkornprodukten sollte Vorrang geboten werden.
Reis ebenfalls in Form von Vollkornreis.
Sojamehl wäre ein ideales Nahrungsmittel zum Binden von Saucen.

5. Getränke

Trinkwasser, Mineralwasser sind hervorragend als Durstlöscher geeignet.
Auch wenn kaum ein Durstgefühl vorhanden ist, 2 Liter täglich trinken.
Kaffee, Tee sind geeignet
Malzkaffee in größeren Mengen ist ungeeignet.
Kakao ist ungeeignet auch aufgrund des Fettgehaltes
Bier, Wein, Sekt, Spirituosen sind nicht geeignet.
Gewürze und Kräuter sind im normalen Ausmaß erlaubt,
Achtung keine fertigen Würzsaucen verwenden, wie z.B. Ketchup, Senf, Gewürzgurken
Diabetikerprodukte stellen qualitätsmäßig keine Bereicherung dar, sie erleichtern dem Diabetiker rein psychologisch die Diät, sind aber nicht notwendig.


Bewegung

Es gibt 3 gute Gründe sich in Bewegung zu halten.

1. Die Muskeln verbrauchen bei Bewegung mehr Glucose als in Ruhe –
    dadurch sinkt der Blutzuckerspiegel.
2. Körperliche Bewegung verbessert die Wirkung des Insulins.
3. Bewegung trainiert den Kreislauf und die beim Diabetiker besonders
    empfindlichen Blutgefäße.
    Ideal sind Sportarten wie Gehen, Radfahren und Schwimmen.
    Kräftiges Spazierengehen – ideal wäre eine Stunde täglich.